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Herbstjagd 2007

Herbstjagd des Reit und Fahrvereines Graf von Schmettow Eversael

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Vor ca. 3 Wochen war im Stall bekannt gegeben worden, dass wir die Fahrtmöglichkeiten haben und am Herbstritt in Rheinberg Budberg teilnehmen können.

Unsere Einstaller überlegten, ob sie ihre Pferde einsetzen können, obwohl diese teilweise vorher länger nicht geritten werden konnten und nicht die beste Kondition hatten. Wir haben überlegt, wer gerne mit möchte und welche Privatpferde und welche Schulpferde von uns selbst mitgehen könnten. Mit den Kindern sind wir schon mal ins Gelände statt ins Viereck zur Reitstunde und haben reiten in der Gruppe geübt.

Der 3. November rückte immer näher, Kadir, mein Reitschüler, grade mal 9 Jahre alt und noch keine 20 Reitstunden, wollte unbedingt mit, ehrgeizig übte er und was ihm an Erfahrung fehlte, ersetzte er durch seinen Ehrgeiz. Kadir saß und sitzt sicher, im Gelände klappte es auch schon ganz ordentlich, also durfte er mit.

Eine Einstallerin wollte Camilla und ritt zweimal zur Probe, am 1. November kamen meine Söhne Alexander, 14 und Benjamin, 12 Jahre alt und erklärten mir, sie müssten jetzt auch mitreiten. Ich war dagegen, beide hatten mal bei Armin in Seydlitz Kamp Anfängerunterricht, aber das war Jahre her, beide waren mit mir schon ausgeritten, aber der letzte Ausritt lag auch schon fast 3 Jahre zurück und so lange hatten sie kein Pferd mehr von oben gesehen.

Aber sie ließen nicht locker, also sind wir am Tage vor dem großen Ereignis noch mal mit einer Gruppe in den Wald, Alexander und Benjamin mit zum probereiten. Alle 3 Gangarten, durchparieren, die Pferde nicht hektisch werden lassen, Ruhe bewahren, ordnungsgemäß in der Gruppe reiten. Es klappte und danach durfte ich als Vater erstmal zu Pferd und mehr in Issum, den Jungs passende Reitklamotten kaufen für Samstag.

Anastassia, meine 9 jährige Tochter, wollte im dritten Jahr in Folge mit, sie hatte einen superbraven Haflinger, das war kein Problem. Meine kleinste, Daniela, 7 Jahre alt, hatte fleissig geübt und auch ein ganz liebes Pony. also auch kein Problem, sie durfte mit. Na und natürlich meine Frau und ich. Martin, unser Einstaller, wollte mit, aber im allerletzten Augenblick musste er für Bekannte als Kindermädchen einspringen. Da er nie nein sagen kann, blieb er dann mit den Kindern auf dem Planwagen.

Früh am Samstag, so gegen 5.30h, wurden die Pferde gefüttert, vorbereitet, geputzt und bis 10 Uhr gesattelt. 8 Pferde waren vorzubereiten.

Eine Einstallerin kam und sagte wegen Rückenschmerzen ab. Damit war Camilla wieder frei. Wir versuchten noch, ganz schnell eine Ersatzreiterin zu bekommen, aber das klappte nicht mehr. Also habe ich kurzfristig beschlossen, selber Camilla zu reiten und Gerri abgesattelt und auf die Weide gestellt.

Beim Aufladen stellten wir fest, dass Nina lahmte, also durfte sie auch nicht mit. Gerri wieder von der Weide zu holen, scheiterte an der Zeit, wir warn spät dran. Also verzichtete Meike, meine Frau, kurzerhand aufs reiten und fuhr dafür den Planwagen.

Schnell 6 Pferde auf den Hänger, den Planwagen dahinter, Getränke und Gläser waren schon vorher geladen worden und mit dem Trecker, 6 Pferden auf dem Transportanhänger und den Reitern und Zuschauen auf dem Planwagen dahinter ging es los. Wir kamen 10 Minuten zu spät, alle unsere Leute halfen beim Pferdeabladen und nachgurten und trensen und ich ging zur Meldestelle und erledigte die Formalitäten.

Von der Reithalle Budberg ging es an den Baggerlöchern vorbei, bei schönem Wetter über die Felder und durch die Wiesen, wir ritten an der Anlage von Isabell Werth vorbei zum Winterswickerfeld und dort gab es den jährlichen Auslauf, das kleine Rennen.

Benjamin auf Fureno, Dani auf Shira und Alexander auf Soraja sollten nicht mitreiten.

Nastia und Kadir ritten das Ponyrennen mit. Ich schluckte erst mal, hatte ich doch meinen dicken Gerri nur deshalb zu Hause gelassen, weil die zierliche Camilla eigentlich schneller ist und nun standen wir vor einem Feld, das grade nochmal so richtig tief gegrubbert worden war. Und das mit meinem Gewicht? Falsches Pferd, da hätte Gerri mehr mit mit geschafft. Aber die kleine Stute gab alles und Platz 6 ist für das kleine Trabermädel bei dem tiefen Geläuf und meinem Gewicht ganz super.

Danach gab es einen Imbiss bei Hosef Werth auf dem Hof. Die Budberger schaffen es immer wieder, auf dem Zwischenstopp einen super Imbiss und einen guten Satteltrunk zu reichen.

Zurück ging es durch Gräben und über Böschungen, schön gemacht haben die Veranstalter das. Benjamin lernte, dass man mit dem Sattel im Galopp vom Pferd rutscht, wenn man den Sattelgurt nach dem Zwischenstopp nicht wieder anzieht und so kurz nach 15.00h waren wir wieder an der Halle.

Am Springen nahm keiner von uns teil. Aber Kadir, Nastia, Benjamin und Dani machten bei den Geschicklichkeitsspielen mit.

Danach gab es Suppe für Alle, Ehrung der Sieger und Plazierten und alkoholfeie Getränke für die Kinder und für die Erwachsenen ein Bier.

Die 6 Pferde kamen in den Hänger, wir kamen aus dem Stübchen in den Planwagen und meine Frau fuhr uns nach Hause. Wir luden die Pferde ab, versorgten sie und nahmen in kleiner Stallrunde noch einen Dämmerschoppen zu uns.


Positiv fiel unser kleiner Planwagen auf. Darauf wurden wir mehrfach angesprochen. Auch die Art, "mit Allemann" und mit 6 Pferden mit Transportanhänger und Planwagen gleichzeitig anzureisen, war offenbar etwas anders als die anderen Jagdteilnehmer es sonst gewöhnt waren.

Ich habe erst seit 2007 die Reitlehrerzulassung, von 24 reitenden Teilnehmern haben wir 6 Pferde gestellt, also ein Viertel. Klar haben wir nicht die Rennen gewonnen, natürlich waren die Kinder, die teils jahrelang fast nicht auf dem Pferd sassen oder wie Kadir inclusive der vorausgegangenen Jagd 20 Stunden auf dem Pferd sass, keine Chance auf gute Plazierungen in der Geschicklichkeit, aber wir hatten einen sehr schönen Tag, viel Spass und alle von uns haben die reiterliche Fairness, den Ritt und vor allem den Zusammenhalt genossen.

Wir haben uns fest vorgenommen, im nächsten Jahr wieder zu fahren und wenn es sich ergibt, mit mehr Pferden anzutreten. Bis dahin weden wir wohl auch eigene Reiter und Reier mit genügend Erfahrung haben, um etwas weiter vorne mitreiten zu können.